Lessons Learned

Eine außergewöhnliche Lehrsaison neigt sich dem Ende und viele Lehrende atmen langsam und tief aus. Viel virtuelle, technologiebasierte Lehre hat stattgefunden. Viele Lehr-Lernmomente waren lernergebnisreich. Der Maßstab hat sich verändert: Wo vorher genau überlegt worden ist, wann und wie Online-Lehre Sinn macht, ist jetzt einfach mal gemacht worden. Dabei ist vieles, das gelungen ist, ausreichend für die notfallartigen Anforderungen gewesen. Manchmal sogar sehr viel mehr als ausreichend und manchmal auch weniger. Ich habe – so wie viele andere Lehrende auch – in den letzten Wochen viel darüber nachgedacht, welche Lernergebnisse aus den vergangenen Monaten für die bevorstehenden Lehr-Lernarrangements verwertbar sind. Folgende Liste möchte ich teilen:

  1. Es kann sehr verführerisch sein, synchrone Online-Lehre in großen Gruppen eher an der Methode Vortrag auszurichten. Als gewohnte Redner*in schien es mir leichter Dinge zu erzählen und zu zeigen. 50 schwarze Rechtecke mit Namen und Kürzel drinnen sind mir jedoch zu wenig als potentiell lernende Gegenüber.
  2. Kleinere Lerngruppen suchen den Austausch. Interaktion in Form von Diskussionen und Kleingruppen (z.B. in Break-Out-Rooms) werden vorwiegend positiv angenommen und genutzt.
  3. Zeit für synchrone Lehr-Lernmomente ist ein wertvolles Gut. Sie war für mich fast jedesmal zu wenig.
  4. Nicht nur Studierende können als „verschwunden“ interpretiert werden auch wir Lehrende werden bei unseren vielen Planungs- und Feedback-Aufgaben wenig sichtbar.
  5. „Caring is Crucial“ (Ken Bain) hat als Leitsatz für Remote-Versionen von Lehr-Lernprozessen einen sehr positiven Einfluss auf studentische Motivation. Caring bezieht sich hier nicht auf die private Lebenswelt der Studierenden sondern auf deren Lernprozesse. Wobei diese Differenzierung nicht immer eindeutig ist.

Diese Liste ist nicht vollständig und ich muss erst entscheiden, wie ich diese Beobachtungen zukünftig didaktisch operationalisiere. Die Ergbenisse dieser Reflexionen möchte ich teilen und werde ab September viele praktische Ideen und Hinweise zu Planungsüberlegungen und methodische Umsetzungen thematisieren. Die Plattform e-teaching.org hat eine interessante Online-Diskussion veröffentlicht, in der ebenfalls Mitglieder der detuschen Hochschul-Communitiy über deren „Rezepte für die Zukunft“ sprechen.

Ich würde mich sehr über Berichte eurer Lessons Learned (als Kommentar und auch gern per E-mail) aus diesen herausfordernden Lehrzeiten freuen!

Ein Tipp für alle, die es kaum erwarten können an den bevorsthehenden Lehraufträgen zu arbeiten bzw. bereits auf der Suche nach Inspiration sind: Ein Mandala ausmalen und eine Folge Teaching in Higher Ed anhören ist entspannend und bringt neue Lehrideen (Feinmotorische Tätigkeit und Podcast-Inhalt sind natürlich variabel gestaltbar).

Ich wünsche einen wunderschönen Spätsommer und freue mich auf die neue Saison!

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