Zum Inhalt springen

Kategorie: Hochschullehre

„Was machen wir denn nun wegen ChatGPT“?

KI bzw. in diesem Fall generative KI-Sprachmodelle können einen Beitrag leisten, die Hochschullehre positiv zu verändern: Einerseits kann tatsächlich Entlastung der Lehrenden in ihrem Workload entstehen, damit sie mehr Zeit haben für die Lernzielerreichung der Studierenden (z.B. durch mehr Feedbackschleifen o.ä.). Andererseits müssen wir unsere Aufgabenstellung für die Leistungsüberprüfung überdenken: Zusammenfassungen oder schriftliche Kommentare können sehr leicht mittels ChatGPT generiert werden (wobei das natürlich eine Erschleichung der Leistung seitens der Studierenden wäre). Vielleicht macht es Sinn andere Aufgabenstellungen zu überlegen, bzw. wieder vermehrt mündliche Leistungen in die Lehre zu integrieren. Auch muss hinterfragt werden, welche Kompetenzziele sich lohnen. Der Behauptung, Studierenden müssten nur wissen, wie sie etwas finden oder wo es steht, stimme ich nicht zu! Studierenden müssen Professionswissen abrufen können und über einen Fundus verfügen, um kreative, innovative Lösungen im Berufsleben zu generieren.

Rollen in der Lehre

Auch kreativere Begriffe, die erst individuell mit Leben befüllt werden müssen, lassen sich gut für die Darstellung von Lehrtätigkeiten verwenden: Gärtner:in, Geburtshelfer:in, Mahner:in, Vortänzer:in, Kabarettist:in und viele weitere. Hier stellt sich die Frage: Wer möchte ich für die Studierenden sein? Der Blick ist dabei auf die Lernenden gerichtet, in deren Dienst bzw. im Dienst derer Lernprozesse ich als Lehrperson stets stehe.

„Hirn lüften“

Unterbrecht eure (Online-)Lehrveranstaltung für 3 Minuten mit einem musikalischen Beitrag. Ihr könnt die Studierenden bitten die Kameras inzwischen auszuschalten und aufzustehen, sich zu strecken – sprich: ihrem Körper etwas Gutes zu tun. Welche Musik das sein soll, obliegt dem eigenen Geschmack – Hauptsache das Hirn wird „durchgelüftet“.

Sind nur mitarbeitende Studierende aufmerksam?

Eine Kollegin berichtete, dass sie asynchrone Mitarbeit bewertet. Diese Idee ist deswegen lernförderlich, weil so die Studierenden dazu angehalten werden zwischen den Einheiten Aufgaben zu lösen, was eine Mitarbeit in der nächsten Einheit aufgrund der Vorbereitung erleichtert. Wer etwas weiß, hat eher etwas zu sagen.

Allerdings blieb in der besagten Diskussionsrunde der Wunsch bestehen Mitarbeit während den synchronen Phasen zu bewerten. Dies haben wir auf zweierlei Weise diskutiert:

Aufruf: „Ich habe meine Meinung als Lehrende*r geändert“

Die Umstellung auf Online-Lehre, die sich langsam einstellende Routine und die vielen optimierten und optimierbaren Lehr-Lernsituationen haben dazu geführt, dass ich für mich als Lehrende und Hochschuldidaktikerin konkrete Do’s and Dont’s entwickelt habe. Allerdings hat die Zeit, die Erfahrung, vielfältige Diskussionen, das Lesen von Studien und Gespräche mit Studierenden dazu geführt, dass ich meine Meinung zu einzelnen Aspekten der (Online-)Lehre geändert habe.

Raum für Wortmeldungen

Viele Studien wurden über das digitale Sommersemester gemacht und einige Studierende haben angegeben, dass die Hemmschwelle sich zu melden in den digitalisierten Lehr-Lernarrangements gestiegen ist. Nun sollte nicht der Eindruck entstehen, dass alle Studierenden uns Lehrenden mit Wortmeldungen während Präsenz-Lehrveranstaltungen die Bude eingerannt hätten. Die Anzahl der Wortmeldungen hängt wesentlich von der Gruppengröße ab.